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Paradiesesbaum und
Weltachse
Der Weihnachtsbaum ist
wohl zuerst als Paradiesbaum im Krippenspiel aufgestellt worden.
Denn von diesem Baum ging das Unheil aus, das das Kommen des Erlösers
notwendig machte. Die Äpfel und die daraus entstandenen Christbaumkugeln
belegen diese Bedeutung des Baumes. Eigentliches Gegenbild zum Paradiesbaum
ist das Kreuz.
Der Baum symbolisiert die Weltachse, die Kerzen stehen für die Sterne,
die sich um die Weltachse drehen. Seit die Krippe unter dem Baum
steht, wird der Engel in der Spitze des Baumes angebracht. Vom Himmel
wird verkündet, welches Wunder sich auf der Erde ereignet. Im Winter
symbolisiert der immergrüne Baum, ob Tanne oder Stechpalme, daß
das Leben weitergeht. Nüsse und andere Früchte unterstützen diese
Dimension und symbolisieren Fruchtbarkeit. Der Weihnachtsbaum kommt
wohl aus dem Elsaß. Hinweise auf Weihnachtsbäume, die außerhalb
der Kirche aufgestellt wurden, finden sich in Schlettstadt im Elsaß
bereits für das 16. Jahrhundert. 1561 wird aus Ammerschweier, ebenfalls
im Elsaß, berichtet, daß jedem Bürger zu Weihnachten eine Tanne
zusteht. Erst im Laufe des 18. Jahrhundert wird der Christbaum zum
Zentrum des weihnachtlich geschmückten Wohnzimmers, zuerst in protestantischen
Häusern, während die Katholiken anfangs nur die Krippe
aufstellten. Von Norddeutschland verbreitete sich der Baum nach
Süden, aber auch nach Frankreich und England und durch von hessischen
Herzögen nach den USA vermietete Soldaten auch in die Neue Welt.
In Süddeutschland werden in der Weihnachtsnacht kleine Bäumchen
auf die Gräber gesteckt und nach dem Gottesdienst Kerzen angezündet.
Daß der Christbaum germanischen
Ursprungs sei, wurde erst im 19. Jahrhundert behauptet. Die Verfechter
der These müßten erklären können, warum das Brauchtum erst im 16.
Jahrhundert aufkommt.
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