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Rosenkranzmonat
Der Name des Monats leitet
sich vom lateinischen "acht" her. Als das Jahr vor der Kalenderreform
Cäsars im Jahr 46 v. Chr. noch mit dem 1. März begann, war der Oktober
der achte, der November der neunte, von lateinisch novem - neun,
und der Dezember von lateinisch decem - zehn her benannt.
Das tägliche Gebet des Rosenkranzes in den Kirchen während des Monats
Oktober wurde durch Papst Leo XIII. 1883 vorgeschrieben. Der Monat
Oktober wurde im Zusammenhang mit dem Rosenkranzfest am 7. Oktober
gewählt. Es wird an den Abenden in den Familien oder in Kirchen
und Kapellen gebetet. Die Gebetsform entwickelte sich im Mittelalter
und nahm im Barock einen neuen Aufschwung. Da die Reformatoren der
Person Marias in ihrer Theologie nicht den Platz einräumten wie
die Orthodoxen und die katholische Kirche, wurde der Rosenkranz
zu einem Ausdruck katholischer Frömmigkeit. Es wurden Rosenkranzbruderschaften
gegründet. In den Türkenkriegen war der Rosenkranz vor allem ein
Bittgebet. Historisch wird der Sieg über die Türken bei Lepanto
am 7. Oktober 1571 dem Gebet der Rosenkranzbruderschaften zugeschrieben.
Das Rosenkranzgebet als Reaktion auf Bedrohungen und Katastrophen
ist auch heute immer wieder zu beobachten.
Der Rosenkranz verbindet mit dem Mariengebet die Meditation der
wichtigsten Ereignisse des Lebens Jesu. Eine Einheit des Rosenkranzes
sind jeweils 10 "Gegrüßet seist du Maria...", die in folgender Weise
mit einem Heilsereignis verbunden werden: Gegrüßet seist du Maria,
voll der Gnaden, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter
den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus. -
der (für uns Blut geschwitzt hat - oder ein anderer Einschub). Es
folgt dann der immer gleihce Schluß des Gebetes:
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in
der Stunde unseres Todes. Amen.
Durch die Zweiteilung des "Gegrüßet seist du Maria" kann der Rosenkranz
im Wechsel gebetet werden. Der Einschub erinnert an ein Ereignis,
und zwar jeweils zehnmal hintereinander. Diese Ereignisse werden
"Geheimnisse" oder auch "Gesetze" genannt und zu Fünfergruppen zusammengestellt.
Die freudenreichen Geheimnisse sind:
- den
du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast;
- den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast;
- den du, o Jungfrau,
(in Bethlehem) geboren hast:
- den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast;
- den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.
Die fünf schmerzhaften
Geheimnisse:
- der für uns Blut geschwitzt hat;
- der für uns gegeißelt worden ist;
- der für uns mit Dornen gekrönt worden ist;
- der für uns das schwere Kreuz getragen hat;
- der für uns gekreuzigt worden ist.
Die fünf glorreichen Geheimnisse:
- der von den Toten auferstanden ist;
- der in den Himmel aufgefahren ist;
- der uns den Heiligen Geist gesandt hat;
- der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat;
- der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.
Im Oktober 2002 hat Papst Johannes Paul II den Rosenkranz um fünf
"lichtreiche Geheimnisse" erweitert, die Ereignisse aus dem Leben
Jesu meditieren: Jesus,
- der von Johannes getauft worden ist,
- der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat;
- der uns das Reich Gottes verkündet hat;
- der auf dem Berg verklärt worden ist;
- der uns die Eucharistie geschenkt hat.
Ein "Rosenkranz" besteht aus jeweils fünf "Geheimnissen". Jedes
Geheimnis wird mit einem "Vater Unser" eingeleitet, der Rosenkranz
insgesamt durch das "Glaubensbekenntnis", ein "Vater Unser" und
drei "Gegrüßet seist du Maria" mit den Bitten um Glaube, Hoffnung
und Liebe. Der Rosenkranz kann sowohl in Gruppen als auch allein,
in der Kirche, in der Wohnung und auf Wallfahrten gebetet werden.
Der Rosenkranz ist ein meditatives Gebet, das die wichtigen Aussagen
des Christentums umfaßt und diese entlang des Lebensweges Jesu betrachtet.
Von vielen Betern wird der Rosenkranz in der Intention des Bittgebetes
gebetet. Man verbindet mit dem Gebet ein bestimmtes Anliegen und
hofft auf die "Fürsprache Marias". Seine heutige Form erhielt das
Rosenkranzgebet im 15. Jahrhundert. Mehrere Gebetstraditionen haben
diese Form ausgebildet. Das wiederholende Beten mit Steinen oder
einer Zählschnur war bereits bei den Eremiten der alten Kirche in
Übung. Im Mittelalter noch betete man das "Vaterunser", daher auch
der Name "Paternoster-Schnur". Seit dem 12. Jahrhundert verbreitete
sich das "Gegrüßet seist du Maria". Es war zuerst als Gruß an Maria
gedacht. Der zweite Teil, das Bittgebet, kam erst später hinzu und
veränderte das Gebet, so daß es heute eher als Bittgebet verstanden
wird. Der Name Rosenkranz deutet noch auf den ursprünglichen Charakter
des Gebetes hin. Der Dame Maria (Notre Dame), Unserer lieben Frau,
wird eine Gabe dargeboten. Blumenkränze, aber auch Minnegedichte
nannte man "Rosarium". Das Gebet wurde also zuerst als Minnedienst
für Maria verstanden. Das wiederholende Gebet wurde als Volksgebet
im Mittelalter propagiert. Die Zahl von 150 "Gegrüßet ..." leitet
sich von den 150 Psalmen her, die die Kleriker im Stundengebet beten.
Das Beten von 150 "Vaterunser" oder "Gegrüßet seist du..." wurde
der Laienpsalter genannt. Im 14. Jahrhundert entwickelte der Karthäuser
Heinrich von Kalkar das Gebet weiter. Jeweils 10 "Gegrüßet..." wurde
ein "Vaterunser" vorangestellt. Der Karthäuser Adolf von Essen hat
dann die Meditation des Lebens Jesu mit dem Gebet verbunden. Verbreitet
wurde das Rosenkranzgebet durch verschiedene Orden, vor allem durch
die Dominikaner, die seit dem 15. Jahrhundert Rosenkranzbruderschaften
gründeten, deren Mitglieder sich zu diesem Gebet, aber auch zu gegenseitiger
Hilfe verpflichteten.
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