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Symbol für
die Eucharistie
"So tat Jesus sein erstes
Zeichen in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit." Der
Evangelist Johannes (2,11) schreibt diesem Ereignis eine besondere
Bedeutung zu. In der orthodoxen Tradition gehört diese Offenbarung
zum Fest "Erscheinung des Herrn" so wie die Taufe Jesu im Jordan.
Die Leseordnung, die nach dem II. Vatikanischen Konzil eingeführt
wurde, hat diese Tradition aufgegriffen und gibt dem 2. Sonntag
nach Erscheinung damit einen besonderen Akzent. Der oben zitierte
Vers wird noch ergänzt mit der Beobachtung: "... und seine Jünger
glaubten an ihn."
Worin besteht dieser Glaube? Hinter dem Faktum, daß sechs steinerne
Krüge mit Wasser gefüllt wurden und dieses in Wein gewandelt wurde,
so daß mehrere 100 Liter Wein zur Verfügung standen, sahen schon
die Ausleger der ersten christlichen Generationen einen Hinweis
auf die Eucharistie. Wie erklärt sich diese Beziehung zu dem von
Jesus gestifteten Abendmahl, das für alle Christen die Gottesdienstform
darstellt, in der sie sich an Jesus, sein Sterben und seine Auferstehung,
erinnern? Neben dem Brot gehört der Wein zu diesem Gedächtnismahl.
Der Evangelist stellt dieses Weinwunder in Beziehung zur Eucharistie.
Im 6. Kapitel entwickelt er dann, ausgehend von der wunderbaren
Brotvermehrung, seine Deutung der Eucharistie. (Gründonnerstag)
Das Johannesevangelium weist bereits auf die tiefere Bedeutung von
Brot und Wein hin. In ihnen ist Jesus in seiner Gemeinde gegenwärtig.
Wer das gewandelte Brot ißt und den gewandelten Wein trinkt, mit
dem vereinigt sich Jesus, der als Auferstandener auch in dem im
Tabernakel aufbewahrten Brot verehrt wird. Der Wein trägt Bedeutungselemente,
die sich neu entdecken lassen. Die großen Krüge weisen darauf hin,
dass der Wein für die Feier der Eucharistie nie ausgehen wird. Der
rote Wein symbolisiert das Blut Christi. So heißt es bei der Einsetzung
des Gedächtnismahles bei Matthäus:
"Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den
Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus, das ist mein Blut, das
Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der
Sünden." (Kap. 26,28)
Diese Worte, die der Priester in der Eucharistiefeier spricht, werden
"Einsetzungsworte" genannt. Im 1.Korintherbrief zitiert Paulus aus
der Eucharistiefeier der jungen Kirche: "Ebenso nahm er nach dem
Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem
Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis."
(Kap 11, 25) Mit dem Mahl hat Jesus einen Neuen Bund zwischen Gott
und seinem Volk geschlossen, ohne dass der "Alte" oder der "Erste
Bund" damit aufgehoben wäre. Der Wein hat noch eine andere symbolische
Bedeutung, die sich eher im Gold des weißen Weines zeigt. Gold steht
für Gott und das ewige Leben. So heißt es dann bei der Bereitung
von Brot und Wein, wenn der Priester bzw. der Diakon Wein und ein
wenig Wasser in den Kelch gießen:
"Wie das Wasser sich verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse dieser
Kelch uns teilhaben an der Gottheit Jesu Christi, der unsere Menschennatur
angenommen hat."
Wasser steht deshalb für die Endlichkeit, weil die Wellen sich kräuseln
und verschwinden. Wenn, wie im Orient bis heute üblich, der Wein
durch Wasser verdünnt wird, sieht das Auge des Glaubens darin eine
Wirklichkeit, die dadurch gegeben ist, dass das Brot nicht nur ein
Nahrungsmittel, der Wein nicht nur ein Getränk ist. Der Mensch wird
vom Göttlichen aufgenommen.
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