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Nachklang von
Fronleichnam
Das Fest stellt das
durchbohrte Herz Jesu in den Mittelpunkt. In der Lanze wird die
verletzende Kraft der menschlichen Sünde gesehen, das Herz steht
für die Liebe Gottes gegenüber dem Sünder. In der Verehrung des
durchbohrten Herzens identifiziert sich der Beter mit dem leidenden
Christus und bittet für die, die diese Liebe nicht erkennen. Die
Herz-Jesu-Verehrung geht auf die Auslegung von Texten aus dem Johannesevangelium
in der frühen Kirche zurück:
"Als sie (die Soldaten) aber zu Jesus kamen und sahen, daß
er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer
der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floß
Blut und Wasser heraus." (Johannes 19, 33)
Diese Stelle wird mit einem Wort Jesu im 7. Kapitel desselben Evangeliums
in Verbindung gebracht:
" Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus
hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an
mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Innern werden Ströme
von lebendigem Wasser fließen. Damit meinte er den Geist, den alle
empfangen sollten, die an ihn glaubten, denn der Geist war noch
nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war." (Johannes
7,37-39)
Am Kreuz spendet Jesus seinen Geist, das Wasser steht für die Taufe,
das Blut für die Eucharistie. Weil beide Sakramente das Wesen der
Kirche beschreiben, die aus dem Geist geboren ist, sieht die Theologie
die Kirche aus der Seitenwunde Jesu geboren.
Als im Hochmittelalter die Verehrung des leidenden Christus in den
Mittelpunkt rückte, entwickelte sich auch eine Herz-Jesu-Verehrung.
Im 17. Jahrhundert führten die Jesuiten die Herz-Jesu-Andachten
als Form der Volksfrömmigkeit ein. Diese erhielten Auftrieb durch
die Visionen der Margareta Maria Alacoque (gestorben 1690). Papst
Leo XIII weihte zur Jahrhundertwende 1899 die ganze Welt dem Herzen
Jesu. Herz-Jesu-Statuen, die Christus nicht am Kreuz, jedoch mit
einer offenen Seitenwunde darstellen, zeigen bis heute, wie der
Katholizismus durch diese Frömmigkeit geprägt wurde. Das Herz-Jesu-Fest
wird am Freitag in der Woche nach Fronleichnam gefeiert. Der erste
Freitag im Monat wird als Herz-Jesu-Freitag begangen, verbunden
mit der Beichte und einer Anbetung des eucharistischen Brotes. In
dieser Herz-Jesu-Verehrung steht die Sühne und damit auch die Sündhaftigkeit
des Menschen im Mittelpunkt. Zu dieser eucharistisch geprägten Frömmigkeit
gehört die "Heilige Stunde", die auf Margarete Alacoque (1674) zurückgeht:
betrachtendes Gebet in der Kirche, das sich mit dem Leiden und Sterben
Jesu, seiner Liebe und der Einsetzung des Abendmahls beschäftigt.
Diese Gebetszeit liegt am Abend vor dem Herz-Jesu-Freitag. Verbunden
mit dem Herz-Jesu-Freitag ist das monatliche Gebetsanliegen des
Papstes.
Herz-Jesu-Bruderschaften, Ordensgemeinschaften und Genossenschaften
haben die Herz-Jesu-Verehrung zum Zentrum ihrer Spiritualität gemacht
und drücken diese auch in ihrem Namen aus, z.B. Missionare des Heiligsten
Herzens Jesu.
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