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Epiphanie
Der Tag wird in Deutschland
besonders gefeiert, weil 1164 die Gebeine der drei Weisen aus dem
Morgenland von Mailand nach Köln gebracht wurden. Friedrich Barbarossa
hatte nach seinem Sieg über die Stadt diese als Tribut verlang und
dem Kölner Erzbischof Rainald v. Dassel geschenkt.
Das zentrale Motiv, den Stern von Bethlehem, haben die Sternsinger
aufgegriffen. Der Brauch, daß Kinder die Häuser besuchen, entstand
im Mittelalter und belebte sich in den letzten Jahren, auch in Mitteldeutschland
nach der Wiedervereinigung. Je nach lokaler Gewohnheit ziehen die
Sternsinger schon vor dem Dreikönigstag, um die Häuser zu segnen.
Über der Tür werden die Jahreszahl und die Namen der Könige mit
Kreide aufgezeichnet: 20+C+M+B+04. Die Buchstaben lassen sich auch
folgendermaßen deuten "Christus Mansionem Benedicat" - "Christus
segne das Haus".
Lange hielt man den Stern für eine symbolische Deutung, daß die
Heiden auf den neugeborenen Messias aufmerksam gemacht wurden und
nach Jerusalem gekommen sind, um den einen, wahren Gott anzubeten.
Das war die Vision der Propheten. Inzwischen hat man die Sternbücher
der Chinesen und der Babylonier durchgesehen. Der Stern von Bethlehem
könnte eine Konjunktion von Saturn und Jupiter gewesen sein, ein
Phänomen, das auch heute am Himmel einen besonderen Lichtschein
hervorbringt. Da damals der Saturn für Palästina stand und Jupiter
auf einen König hindeutete, sowie die Konjunktion öfters in einem
Jahr zu beobachten war, einmal am Morgenhimmel und dann später im
Jahr am Abendhimmel, trifft der Satz aus dem Matthäusevangelium
auf diese Sternkonstellation zu: "Den Stern, den sie hatten aufgehen
sehen (bezieht sich auf das Frühjahr), zog vor ihnen her bis zu
dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen." (Kap. 2,9)
Die Drei Könige, zu denen die drei Sterndeuter im Mittealter wurden,
standen am Beginn nicht im Mittelpunkt des Festes. Der 6. Januar
wurde wahrscheinlich zuerst in Alexandrien als Fest der Taufe Jesu
gefeiert. Das Datum geht wahrscheinlich auf ein heidnisches Fest
zurück. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar wurde der Geburtstag
des Gottes Äon, Gott der Zeit und der Ewigkeit, gefeiert. Das Gedächtnis
der Taufe Jesu an diesem Tag kann sich
von dem Brauch, am Fest des Gottes Äon Wasser aus dem Nil zu schöpfen,
herleiten. Am 6. Januar wird auch des Weinwunders bei der Hochzeit
zu Kana gedacht, weil nach heidnischen Vorstellungen in der Nacht
vom 5. auf den 6. Januar aus manchen Quellen Wein fließt. Der 6.
Januar stellt in seinem Ursprung die Taufe Jesu in den Mittelpunkt
und folgt damit dem Markusevangelium, das mit der Taufe Jesu beginnt
und keine Kindheitsgeschichte überliefert.
Obwohl die westliche Tradition mit der Wintersonnenwende verbunden
ist, war in Gallien wie auch in Spanien der 6. Januar das Weihnachtsfest.
Ein Grund dafür sind Beziehungen zwischen Gallien und dem Osten.
Dadurch, daß der Osten wie der Westen gegenseitig das Weihnachtsfest
des anderen übernahmen, erhielten beide Feste eine unterschiedliche
Akzentsetzung. Am 6. Januar wird das Aufscheinen der Gottheit gefeiert,
am 25. Dezember die Menschwerdung des Sohnes Gottes. Die Liturgiereform
des Jahres 1969 hat traditionelle Inhalte des Epiphaniefestes auf
die folgenden Sonntage gelegt. Am Sonntag nach Erscheinung wird
das Fest der Taufe Jesu gefeiert, das
Evangelium der Hochzeit zu Kana wird am 2. Sonntag nach Erscheinung
gelesen. Seit dem 6. Jahrhundert werden die drei Sterndeuter Könige
genannt.
Die Dreizahl leitet sich wohl von den drei Gaben Gold, Weihrauch
und Myrrhe her, die im Evangelium erwähnt werden. Die Namen Caspar,
Melchior und Balthasar werden den Weisen seit dem 9. Jahrhundert
gegeben. Sie gelten als Vertreter der drei Rassen, der drei Erdteile
und der drei Lebensalter. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es den Mohrenkönig.
Die Drei Könige sind auch Patrone der Reisenden. Die Gasthausnamen
Mohr, Stern, Krone erinnern daran. Am 6. Januar werden auch Wasser
und Salz gesegnet, zum Gedächtnis an die Taufe Jesu, sowie die Kreide,
mit der die Sternsinger die Türbalken bezeichnen.
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