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Am
Sonntag nach Pfingsten
Am Sonntag
nach Pfingsten wird das Gottesbild des Christentums Thema: Gott
ist einer und zugleich drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Juden und Moslems lehnen diesen Glauben strikt ab. Der Dreifaltigkeitssonntag
eröffnet die Reihe der normalen Sonntage, die weder zur Oster- noch
zur Weihnachtszeit gehören. Früher wurden sowohl für die evangelische
wie die katholische Kirche die Sonntage "nach Trinitatis," " nach
Dreifaltigkeit" gezählt, nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde
für die katholische Kirche die Zählung der Sonntage außerhalb der
Festzeiten zusammengeführt, nämlich nach dem 6. Januar beginnt die
Zählung, wird durch Fasten- und Osterzeit unterbrochen und nach
dem Dreifaltigkeitssonntag weitergeführt. Das Fest ist in Frankreich
vor der Jahrtausendwende entstanden. Der Dreifaltigkeitssonntag
wurde aber erst 1334 für die ganze Kirche eingeführt, weil er nicht
der Philosophie der anderen Feste entspricht, die immer ein Ereignis
aus dem Leben Jesu feiern.
Am Dreifaltigkeitssonntag wird das innere Leben des dreifaltigen
Gottes betrachtet. Dafür gibt es im Neuen Testament einige Zugänge.
Maria hat Jesus "vom Heiligen Geist empfangen". Im Matthäusevangelium
sagt ein Engel zu Joseph "denn das Kind (das Maria erwartet) ist
vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den
Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von den Sünden erlösen"
(Kap. 1,20.)
Ostern als Tag der Auferstehung wird bereits von Paulus, der seinen
Römerbrief mindestens 20 Jahre vor der Abfassung des ersten Evangeliums
schrieb, so gedeutet:
"Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus Christus von
den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den
Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen,
durch seinen Geist, der in euch wohnt."
Römer 8, 11
Der Christ ist in das Leben der drei göttlichen Personen einbezogen.
Jedes Kreuzzeichen "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes" drückt das aus, in jedem Gottesdienst wendet sich die Gemeinde
an Gott, den Vater, durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Der
Glaube an den dreifaltigen Gott, daß Gott einer in drei Personen
ist, war in der Entwicklung der Kirche nicht unbestritten. Vor allem
der Arianismus hat um die Wende zum 4. Jahrhundert die Kirche in
ihrer Glaubenssubstanz erschüttert. Aus einem platonischen Welt-
und Gottesbild heraus lehnt er die Vorstellung ab, daß das Eine,
das Göttliche, als mehrere Personen gedacht werden kann. Das Konzil
von Nicäa im Jahr 325 hat zwar eine Entscheidung getroffen, aber
es dauerte mehr als eine Generation, ehe der Glaube sich durchsetzte,
daß Jesus gleichwesentlich mit dem Vater ist. "Homoousios" war der
griechische Begriff, mit dem man für die damals herrschende Vorstellung
das Besondere des christlichen Gottesglauben zum Ausdruck brachte.
Das Weihnachtsfest hat durch diese Auseinandersetzung erst seine
hohe Bedeutung gewonnen, weil in diesem Fest die Geburt des Sohnes
Gottes gefeiert wird. Bis zur Zeit des Arianismus war Ostern das
einzige Hauptfest der Christenheit.
Gnadenstuhl
Im Barock wurde für die Darstellung des dreifaltigen Gottes ein
Bildmotiv gefunden: Der Vater hält das Kreuz mit dem leidenden Christus,
über ihnen schwebt der Geist in Gestalt einer Taube
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